Willkür, Ignoranz und Realitätsverweigerung wird hier ganz groß geschrieben.
HU bei der FSP-Prüfstelle Potsdam Drewitz. Ich stellte mich höflich mit Namen vor, als Antwort kam nur „Tach, Prüfer“. Da wusste ich eigentlich schon, wohin die Reise geht, blieb aber trotzdem freundlich.
Von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass gezielt nach Problemen gesucht wird. Das bestätigte sich schnell, als behauptet wurde, mein Fahrzeug hätte angeblich vier Tagfahrlichter. Vor ihm lag jedoch ein Teilegutachten von TÜV Nord im Auftrag von Brabus, in dem schwarz auf weiß steht, dass die beiden zusätzlichen Leuchten keine Tagfahrlichter sind, sondern Positions- bzw. Standlichter und dass das Standlicht im Scheinwerfer dafür stillgelegt werden muss, was auch korrekt umgesetzt war. Dieses Gutachten wurde trotz mehrfacher Hinweise schlicht ignoriert. Ich hörte immer wieder nur „das kann nicht sein“, „das ist nicht legal“, „das glaube ich nicht“. So ging das 20 bis 30 Minuten. Unsachlich, faktenfern, reine Willkür.
Ich blieb ruhig und sachlich und rief bei Brabus an. Der Mitarbeiter erklärte diesem Prüfer dann etwa 15 Minuten lang sehr geduldig, dass diese Leuchten nach Norm kein Tagfahrlicht sind, sondern das Standlicht ersetzen, genau so, wie es im Gutachten steht, das vor ihm lag. Trotzdem kam wieder und wieder „das kann nicht sein“, „das glaube ich nicht“, „das ist niemals legal“. Auf meine Frage an Brabus, ob es öfter Probleme mit Prüfern wegen dieser Leuchten gäbe, kam die klare Antwort: So gut wie nie, das sei die absolute Ausnahme. Selbst der Brabus-Mitarbeiter war über dieses Auftreten sichtbar irritiert.
Nach über einer Stunde platzte mir dann die Geduld. Plötzlich kam als neue Begründung, ein Standlicht dürfe nicht abdunkeln, weil die Leuchte beim Einschalten des Abblendlichts dunkler wird. Das ist ein völlig normaler Betriebszustandswechsel und rechtlich zulässig. Bei modernen Fahrzeugen ist das Standlicht gleichzeitig das Tagfahrlicht und dunkelt beim Einschalten des Abblendlichts ab. Gegenteiliges pauschal zu behaupten sagt alles. Zwischendurch wurde dann wieder behauptet, es sei doch ein Tagfahrlicht. Auf meine Nachfrage, welche Norm das mit dem angeblichen Nicht-Abdunkeln regelt, kam die unfassbare Antwort: „Ich sage das.“
Damit war endgültig klar, dass hier nicht nach Normen, sondern nach persönlichem Gefühl entschieden wird. Vor ihm lagen unstrittige Gutachten, die genau regeln, wie die Teile zu verbauen sind und welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Alles war korrekt umgesetzt. Das Fahrzeug hatte in genau diesem Zustand bereits zweimal HU bekommen, auch diese Unterlagen lagen vor. Trotzdem wurde sinngemäß gesagt: „Das ist nicht so, ich glaube das nicht, also ist es nicht legal.“ Ich habe mich dann zurückgezogen, weil mir diese Nummer gereicht hat.
Ich bin anschließend zur nächsten Prüfstelle gefahren. Dort wurde das Fahrzeug ordentlich geprüft und ohne Diskussion abgenommen, weil es auf Basis der Faktenlage schlicht nichts zu diskutieren gibt. Dort lebte man noch in der Realität und nicht in einer selbstgebastelten Welt. Nebenbei bekam ich dort sogar ein Getränk angeboten, statt dass sich jemand in der Halle erst mal eine Zigarette anzündet.
So ein Verhalten habe ich noch nie erlebt. Eine Mischung aus Ignoranz, Überheblichkeit und Realitätsverweigerung. Mir wurde mehrfach nicht einmal richtig zugehört, obwohl ich ruhig und sachlich argumentierte. Fachlich nicht haltbar, menschlich unerquicklich.
Fazit: Wer hier eine HU macht, sollte sich darauf einstellen, dass Fakten, Gutachten und Herstellerangaben ignoriert werden können, wenn sie nicht ins Weltbild des Prüfers passen.








