Und das am Weltfrauentag
Und das am Weltfrauentag - Unverschämtheit.
Sagt doch der Cheffe vom Albatros, als es endlich losgeht mit der Praxis, sagt doch der tatsächlich zu mir:
„Dieser Erdkampfjet ist keine Frau. Dieser Kampfjet macht nämlich was man ihm sagt.“ Dabei guckte er für einen Moment so wie Donald Trump.
Diesen Wink mit dem Zaunpfahl habe ich sehr, sehr wohl verstanden, Herr Chefpilot.
Aber, ich will‘s mir ja nicht mit ihm verderben, also halte ich die artig die Klappe.
Und als wäre das nicht schon genug, schiebt er noch hinterher: „Und jetzt buchstabieren wir noch ein paarmal das Wörtchen Geduld.“
Boah nee, mach‘ hinne, denke ich, sage aber nix; bin ja auf ihn angewiesen, er hat den Zündschlüssel, er weiß was man tun muss, um die Startfreigabe zu bekommen.
Dann end-lich. Yes Yes Yes... es geht gleich los.
Der Boss achtet auf jedes Detail - einsteigen oder aussteigen mit dem falschen Fuß, das ist schon mal nicht. Man wiederholt alles so lange, bis er zufrieden nickt, und wenn es sieben Tage dauert.
Die Lady sitzt endlich. Nun werde ich so fest in die Hosenträger-Gurte gezurrt, dass mir schier die Luft wegbleibt. Rausfallen kann man da ganz bestimmt nicht mehr, aber, es darf auch nirgendwo mehr jucken, denn kratzen ist ebenfalls nicht mehr drin, auch die Nase nicht - Hallelujah, alleine der Gedanke.
Keinen Millimeter kann man mehr hin- und herrutschen. Gut, dass man vorher lernt, wie man bei einer Notlandung aussteigt. Weil, wenn das passieren sollte, sagt Cheffe, dann werden wir mit hocherhobenem Kopf, ganz stolz und aufrecht, ohne zu hetzen den Albaatros verlassen.
Klingt gut, aber können wir gerne überspringen... die Sache mit der Notlandung.
Es folgt, wenn man die Startposition rollend erreicht hat, mit etwas Glück noch am selben Tag die Startfreigabe vom Flughafen-Tower.
Ich hatte schon fast befürchtet die Flugleitung wäre eingeschlummert.
Übrigens: G-Kräfte sind tausendmal schönere Gefühle, als alles andere, was man so im Leben kennenlernt.
Tausendmal schöner, ich schwöre. Ich will gar nicht mehr landen, aber mehr als 1000 Kilometer sind eh nicht drin, denn der Albatros hat einen zu kleinen Magen für mehr Kerosin, dafür aber eine schöne schlanke Linie.
Wenn das Turbofan Triebwerk anfängt zu brüllen, und seine 14,7 kN zum Dienst abruft, stellen sich alle Häärchen auf und die Gänsehaut verursacht einen Schauer nach dem nächsten. Das ist Musik, noch viel besser als Rammstein.
Fazit: „Es war alles viel zu schnell vorbei. Das könnte ich jeden Tag mehrmals machen, denn es war richtig richtig richtig schön.“ Dankeschön Jörg, es war schön mit Dir. Und das, lieber Jörg - Du kannst ganz sicher sein -, dass habe ich seit mindestens 25 Jahren zu keinem Mann mehr gesagt.
Heureka.
8. März 2025
Bewertung ohne vorherige Einladung