Kauf gut – Gewährleistungsfall inakzeptabel
Kauf, Bestellung und Abholung meines Mobilemaster E5R liefen insgesamt passabel, wenn auch nicht reibungslos: Die von mir gewünschte Rahmenfarbe war zweimal nicht verfügbar, sodass die Bestellung nachträglich zweimal geändert werden musste. Die Kommunikation war nicht immer flüssig, aber am Ende hat es funktioniert.
Ganz anders der Gewährleistungsfall: Noch innerhalb des ersten Jahres nach Übergabe meldete ich per E-Mail Spiel im Lenkkopfbereich – bei einem Rad der 6.000-Euro-Klasse, also kein Billigkauf, bei dem man Abstriche beim Service erwarten müsste. Antwort: Ich solle „irgendwann vorbeikommen". Da der Standort im Industriegebiet kein öffentlich besetztes Ladenlokal ist – bei meinen früheren Besuchen war jeweils nur nach Terminabsprache jemand vor Ort –, bat ich per Mail um einen konkreten Termin, um nicht umsonst 120 km zu fahren. Eine völlig normale Bitte.
Beim Termin wurde mir diese Terminanfrage dann als Vorwurf ausgelegt, ich hätte behauptet, die Firma habe „keinen Service". Das habe ich nie geschrieben – ich hatte lediglich nach Ort und Uhrzeit gefragt.
Vor Ort zeigte ich das Spiel am Lenker und demonstrierte das Klappern. Statt an der benannten Stelle anzusetzen, wurde zunächst an anderer Stelle gesucht und der Lenker gelöst, was für die Diagnose nicht nötig war. Nach einer kurzen Probefahrt hieß es zunächst, man spüre nichts – obwohl sich das Spiel direkt am stehenden Rad vorführen ließ.
Dass ich als Kunde den Mangel präzise beschreiben und zeigen konnte, wurde mir wiederholt mit Bemerkungen wie „Sie wissen ja alles besser" vorgehalten – verbunden mit der Frage, was ich denn gelernt hätte. Als ich antwortete (Werkzeugmacher), wurde der Beruf abfällig kommentiert. Es ist mein Rad; dass ich weiß, wo es klappert, sollte einer Fachwerkstatt die Arbeit erleichtern, nicht sie provozieren.
Als sich dann zeigte, dass sich die zentrale Schraube am Steuerkopf nicht mehr festziehen lässt, wurde versucht, mir die Verursachung zuzuschieben. Als ich daraufhin den Umgangston kritisierte, kippte das Gespräch vollends: Der Inhaber schrie mich an – nicht einmalig im Affekt, sondern wiederholt und anhaltend –, verwies dabei immer wieder auf seine 25 Jahre Erfahrung und seinen Ingenieurstitel und forderte mich schließlich auf, zu verschwinden – trotz laufender Gewährleistung. Ich bin währenddessen ruhig und sachlich geblieben und habe lediglich auf der Behebung des Mangels bestanden. Erst daraufhin nahm er das Rad und stellte das Lager hinter verschlossener Tür ein. Dauer: etwa zehn Minuten.
Ergebnis: Das Spiel ist weg – das erkenne ich an. Aber: Die defekte Kralle im Gabelschaft (Kleinteil, wenige Euro) wurde nicht ersetzt – ich solle das „woanders machen lassen", es sei „nicht so wichtig". Der Schnellspannhebel wurde zudem so stark angezogen, dass sich der Faltmechanismus des Lenkers kaum noch öffnen lässt – bei einem Faltrad nicht nachvollziehbar.
Fazit: Solange gekauft wird, ist alles freundlich. Im Gewährleistungsfall – wohlgemerkt im ersten Jahr, bei einem Rad für rund 6.000 € – erlebte ich Abwimmeln, Schuldzuweisungen und Anschreien statt Kundenservice. Das Produkt mag in Ordnung sein – der Umgang mit berechtigten Mängelrügen ist es nicht.



