Schöne Tour mit kleinen Fehlern
Ich hatte im November 2017 eine dreiwöchige Tour mit Nomad: beginnend in Südafrika (Kapstadt) über Namibia, Botswana bis nach Zimbabwe (Victoria Falls) gebucht.
Vorweg: die Tour war super, sehr schön zusammengestellt und man konnte unheimlich viel sehen!
Nomad versucht, in die Zeit so viel wie möglich an Informationen/ Besichtigungen hineinzupressen, was allerdings ein bisschen zu Lasten des Urlaubs geht. Man hetzt von Termin zu Termin… Mir persönlich wäre es lieber gewesen, zwei Tage mehr für die gleiche Tour zu haben und dafür vier Nachmittage „frei“, an denen man auch hätte relaxen können. Ich hatte eine accomodated Tour in einer Kleingruppe, d.h. Übernachtung in Lodges oder kleinen Hotels, keine Zeltübernachtung.
Die Unterkünfte: die Lodges waren zumeist gut ausgesucht, häufig mit Pool (konnte kaum genutzt werden, da wir abends zu spät eingetroffen sind). Einige Lodges lagen jedoch sehr weit von den Besichtigungspunkten entfernt, sicherlich aus Kostengründen, weil diese für Nomad preiswerter waren… Das hatte zur Folge, dass wir einige Besichtigungen in Namibia in brütender Mittagshitze vornehmen mussten statt am frühen Vormittag, wo ist noch kühler gewesen wäre.
Die Verpflegung: Nomad bietet eine Mischung aus Voll- und Teilpension. Wir hatten eine wunderbare Köchin mit, die hervorragend gekocht hat und uns nach Strich und Faden verwöhnte. Diese Essen waren im Preis enthalten. Ab und zu haben wir auch in Restaurants gegessen, dieses Essen musste selbst bezahlt werden. Das war insgesamt alles in Ordnung.
Der Tour-Bus:
Unser Bus war schon etwas in die Jahre gekommen, und bescherte uns eine Reihe von Pannen. Die Sitze waren relativ unbequem, nicht zu verstellen und klapprig. Sitzmöglichkeiten in den Pausen und zum Essen waren zwar vorhanden, teilweise hatten sie aber die Größe von Kinderstühlchen.
Positiv: es gab zu jedem Sitzplatz im Truck eine Steckdose, wo man Handy/Fotoapparat aufladen konnte.
Die Ausstattung insgesamt war gut durchdacht, versprühte jedoch einen abgenutzten Charme.
Durch die kleinen Gruppe hatten wir relativ viel Platz, elf Personen bei 24 Sitzen. Es gab eine Parallelgruppe, die die gleiche Tour gefahren ist, allerdings in Zelten. Da war der Bus voll besetzt. Das war schon verdammt eng! Man sollte sich also vorher Gedanken machen, was einem in so einem Urlaub besonders wichtig ist.
Die Besichtigungen:
Wie schon oben beschrieben, haben wir viel gesehen, und das war sehr beeindruckend. Mir persönlich waren die Ausflüge in den Nationalparks etwas zu forsch, wir haben daher sicherlich weniger Tiere gesehen, als es möglich gewesen wäre. Dafür habe ich einen Punkt Abzug gegeben. Um bessere Touren (auch am Abend) machen zu können, musste man Extratouren vor Ort in den Nationalparks buchen. Diejenigen, die diese Buchung vorgenommen hatten, haben deutlich mehr gesehen.
Die Teilnehmer:
Wir waren eine bunt gemischte Gruppe aus verschiedenen Ländern Europas und aus Australien. Unsere Sprache unterwegs war englisch, mir gefiel das gut. Es gibt aber auch extra deutsche Gruppen. Wir hatten alle genug Toleranz, miteinander zurecht zu kommen und haben die Reise insgesamt sehr genossen.
Die Begleiter:
Es gab einen Fahrer, der auch gleichzeitig der Guide war, auf dem sehr viel Verantwortung lastete, weil er die ganze Tour (5600 km) allein gefahren ist. Ich fand ihn sehr bemerkenswert! Zudem musste er mehrfach Reifen wechseln und war auch generell sehr aufmerksam und rücksichtsvoll. Immer gut drauf - Hut ab!
Unsere Köchin, das hatte ich schon erwähnt, war großartig! Sie hat uns auf einem kleinen drei-Flammen-Gasherd jeden Tag ein tolles Menü gekocht, sogar einen Schokoladenkuchen gebacken! Ich kann nur Danke sagen!
Es gab noch einen Helfer, der beim Ein- und Ausräumen im Bus hilfsbereit war und unserem Guide bei den Reparaturen zur Hand ging. Somit waren wir insgesamt 14, die Tour absolvierten.
Was mir besonders gefiel: die gute Atmosphäre und die vielen Besichtigungen.
Was mir nicht so gefiel: der Zeitdruck, die wenige Freizeit, der abgeranzte Truck.
Wichtig zu wissen: ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, und dafür einen fetten Aufpreis gezahlt. Im Preis enthalten war ein dreitägiger Ausflug ins Okavango Delta in eine sehr schöne Lodge. Dort wurde ich in ein Doppelzimmer verfrachtet, weil kein Einzelzimmer für mich reserviert war. Es war auch keins mehr frei… Darüber habe ich mich tierisch geärgert. Bei dem Preis plus Aufpreis, den ich insgesamt gezahlt habe, will ich schon durchgängig ein Einzelzimmer haben.
Von der Abwicklung her kann ich Nomad empfehlen, von der Tour her auch. Die beschriebenen Nachteile muss man wahrscheinlich in Kauf nehmen, wären aber von Nomad mit etwas mehr Organisation und Investments (Truck!) sicherlich zu Händeln.








