good-old-hifi
Ganz grundsätzlich ist es schön, dass es Leute gibt, die sich mit dem Bereich in dem Good-Old-Hifi tätig ist, beschäftigen.
Hier wird Restauration angeboten. Im Ergebnis kann man es kostspielige Reparatur nennen.
Dabei ist wichtig zu wissen: es gibt keine Orientierung wie hoch die Vergütung / Stunde ist und nach Abschluss der Arbeiten auch keine Information wie viele Stunden am Gerät gearbeitet wurde. Also quasi weniger Transparenz, als in einer nicht seriösen Kfz-Werkstatt.
Zum Ablauf:
Als Interessent kann man sich im Zuge seiner Anfrage durch drei Kategorien des gewünschten "Reparaturumfangs" mit einer Orientierung zu den erwarteten Kosten klicken. Eine Fehlerbeschreibung in eigenen Worten wird ergänzt. Anschließend sendet man sein Gerät ein.
Die Leistung:
Mein Gerät wurde entsprechend der Fehlerbeschreibung instandgesetzt, es funktioniert wieder. Gemessen (Leistungswerte, Parameter, etc.) wird nichts, weil nur die Musik zählt. OMG. Freut sich der Kunde über einen Zettel, gebe ihm einen Zettel und drücke ihm nicht deine Philosophie auf. Grundlagen Marketing I.
Der Preis für die Reparatur war in meinem Fall derartig hoch (500€+), dass ich auch ein neues HiFi-Gerät von 2024 hätte erwerben können. Das nennt man dann unwirtschaftlich.
Mit der Auswahl bei Auftragserteilung, setzt man als Kunde einen preislichen Rahmen und darf aus den dazu platzierten Beschreibungen zu den drei Preis-Stufen eine tolle Leistung erwarten.
Auszug Homepage - ANFANG
Kostengrenze
1 - Normale Reparatur und Restauration für vollständigen Betrieb (ca. 250 - 450 Euro)
2 - wie 1, jedoch aufwändigere Restauration einschl. kompletter Elko- und Schalter-Kur (ca. 400 - 650 Euro)
3 - wie 2 jedoch zusätzliche Umbauten und/oder größere Reparaturen mit hohem Zeitaufwand (ca. 600 - 1000 Euro)
Meine Kostengrenze und Wünsche habe ich bereits in der Fehlerbeschreibung angegeben
Wir versuchen grundsätzlich das Beste aus Ihrem Klassiker herauszuholen und versetzen Ihr Gerät, im Rahmen des Möglichen, optisch und technisch in den Neuzustand.
Auszug Homepage - ENDE
Zum Beispiel den Austausch kritischer Kondensatoren usw. Da man verbaute Kondensatoren nicht sinnvoll messen kann, erschließt sich dem Laien nicht, wie hier bei 45 Jahre alten Bauteilen zwischen "gut" und "nicht gut" unterschieden wird, abgesehen von optischen Merkmalen. Nun darf man aber nicht annehmen, dass es einen kurzen Anruf gibt bei dem man sich mal objektiv über Sinn und Unsinn einer Reparatur bei gegebenen Kosten unterhält. In meinem Fall wurde "fire and forget" einfach gemacht und eine Rechnung gestellt. Da ich die 2. wählte und den Text dazu gelesen habe, war ich etwas irritiert denn es verblieben allerhand alte Kondensatoren im Gerät, deren Zustand keineswegs dem der erneuerten Kondensatoren entsprechen kann, chemisch-physikalisch sollte das ausgeschlossen sein. Daneben wurden Potentiometer gereinigt (Aufmachen bzw. Zugang verschaffen, Chemie einbringen, bewegen, ggf. auswaschen, fertig - also kein Zerlegen) bei dem das Areal auf dem das Poti verlötet ist, weiterhin aussieht wie "ganz alt und ranzig, garniert mit Staub und Krümeln". Restauration hat einen anderen Anspruch, soviel steht mal fest. Jetzt noch einen Abgleich mit dem Auszug aus der Homepage (s.o.) und man stellt fest, hey, die Leistung die ich erhalten habe stimmt damit leider nicht überein.
Den EPDM Gummi (nur noch Staub) der die Haube des Gerätes vom Restgehäuse isolieren soll, habe ich selber ersetzt. Ist jetzt wieder wie neu, kein optisches Durchhängen mehr. Das habe ich selber restauriert.
Fazit:
Ich bin davon überzeugt, dass hier:
1. Stundensätze gelten, die deutlich zu hoch sind oder
2. wenig effizient gearbeitet wird, wodurch ein hoher Zeitaufwand entsteht oder
3. wie z.B. in einer KFZ-Werkstatt auch, dem Kunden etwas erzählt wird, was er angesichts geltender Komplexität sowieso nicht versteht und mangels Wettbewerb oder Bequemlichkeit sehr wahrscheinlich kauft. Mit entsprechenden Preisen.
Zusammenfassend:
Wenn einem die Wirtschaftlichkeit egal ist, man die Interpretation der Anpreisungen und erwarteten Leistungen am eigenen Gerät dem Dienstleister überlässt und keine Probleme damit hat, dass man am Ende als Kunde selber Schuld hat (weil chronisch unzufrieden gepaart mit techn. Ahnungslosigkeit), kann man sich an den Dienstleister wenden.
Ansonsten gilt es Abstand zu halten und seine Freunde zu warnen.








