Vision, Aufbruch, Ernüchterung, Bedauern.
Die erfrischende Art des jungen Teams aus Berlin reißt zunächst jeden mit. Man lässt sich von der Aufbruchsstimmung anstecken und wähnt sich schnell auf der Siegerseite. Ein selbstbewusster, offensiver Startup-Ansatz, bei dem Sichtbarkeit und Geschwindigkeit wichtiger sind als vollständige Reife – jedoch ohne fundiertes Wissen über die realen Probleme im Hochschulalltag. Entwickelt aus der Perspektive unzufriedener Studierender, abhängig vom Input der Kunden und getrieben von dem Versuch, es möglichst allen recht zu machen. Inzwischen sind wir jedoch als Hochschulteam zunehmend desillusioniert.
Intuitive Bedienung? War anfangs eher darauf zurückzuführen, dass der Funktionsumfang noch sehr begrenzt war. Nach zahlreichen Ankündigungen, man habe Systemteile nun „völlig neu gemacht“ oder "schneller gemacht" und diversen ergänzten Funktionen wirkt die Oberfläche zwar immer noch modern. Intuitiv ist das System aber nicht mehr, und wird auch mit jeder neuen Funktion und mehr Daten zunehmend langsamer.
All-in-one-Ansatz: Es soll möglichst jede Anforderung und jeder Kundenwunsch abgedeckt werden. Das Ergebnis erinnert zunehmend an den Grundsatz: Wer alles können will, kann am Ende nichts wirklich gut. Die Glaubwürdigkeit des FUXAM-Vertriebs, der jede Zusatzfunktion sofort als "integrieren wir gerne" in die Aufgabenliste aufnimmt, zweifeln wir inzwischen an.
KI-Integration: anfangs durchaus innovativ, inzwischen als neues Feature weitgehend verpufft. Der Hinweis „Powered by KI“ scheint eher zu bedeuten, dass die Software selbst mithilfe von Vibe-Coding entwickelt wurde. Besonders deutlich zeigt sich dies im Datenmodell: Sobald man versucht, komplexere Strukturen zu importieren, stößt das System schnell an erkennbare Grenzen.
Fuxam glaubt sicher selber an die eigene Vision. Aus unserer Sicht ist das leider inzwischen zweifelhaft. Das ist bedauerlich.

