Keine einzige Frage konnte beantwortet werden — Finger weg
Eine Werberin von CashFlow besuchte meinen Vater zu Hause, um ihn zur Einzahlung zu bewegen. Sie hielt eine Folienpräsentation und behauptete, die systemeigene Kryptowährung ECR sei über 200 Euro wert und man komme jederzeit an sein Geld.
Ich stellte konkrete Fragen: Wo ist die BaFin-Lizenz? Wie lautet die Handelsregisternummer? Auf welcher unabhängigen Börse kann man ECR handeln? Woher kommt die Rendite? Keine einzige Frage konnte beantwortet werden.
Auf ihre Aufforderung hin schickte ich 19 nachprüfbare Fragen per E-Mail — zu Regulierung, Rechtsform, ECR-Kurs, Renditeherkunft, Zahlungswegen und Einlagensicherung. Frist: 14 Tage. Es kam keine Antwort.
Was ich bei meiner Recherche herausfand:
CashFlow hat keine BaFin-Lizenz und keine EU-konforme Unternehmensform. Es beruft sich auf ukrainisches Vereinsrecht. ECR ist nach über 7 Jahren auf keiner einzigen unabhängigen Kryptobörse gelistet — nicht auf Binance, nicht auf Coinbase, nirgendwo. Der einzige Handelsplatz BlackBit gehört zum selben Ökosystem. Der ECR-Kurs variiert je nach Quelle zwischen 200 Euro (Werberin), 18 Euro (CashFlow-nahe Quellen) und 0,000033 Dollar (unabhängiger Analysedienst GMGN). Diese Abweichung um den Faktor Hunderttausende zeigt, dass es keinen echten Markt gibt. CashFlow lief zuvor unter den Namen Mercury Global und davor Lakshmi.
Die Werberin gab an, bereits ca. 80 Personen geworben zu haben. Sie ist hauptberuflich Kinesio-Coach — kein Bezug zu Finanzdienstleistungen.
Wer von jemandem auf CashFlow angesprochen wird, sollte genau diese Fragen stellen. Wenn keine nachprüfbaren Antworten kommen — Registrierungsnummern, IBANs, regulierte Börsen — dann gibt es keine.
Ich habe den Fall der BaFin gemeldet.
