Cashare: ja, aber mit Vorsicht!!
Ich gewähre Darlehen seit 2016 auf Cashare. Es waren/ sind seither total 58 Verträge, davon 42 abgeschlossen und 6 mit Inkasso (gesichert mit Grundpfand, Bürgschaft, Globalzession, oder ungesichert). Die investierte Summe über all die Jahre: 290TCHF, davon momentan offen 70TCHF, davon Inkasso 30TCHF und davon 3 ungesicherte Ausfälle 5,4TCHF (wahrscheinlich Verlust!!). Der realisierte Gewinn (vor Steuer) war 17,1TCHF, also ca. 7,7% der abgeschlossenen Darlehen. Dies allerdings noch ohne die 3 wahrscheinlichen Totalausfälle!! Dann wären es nur noch 11,7TCHF.
2 endfällige Darlehen mit GP und Bürgschaft als Sicherheit sind seit über einem Jahr im gerichtlichen Inkasso. Diesbezüglich erhalten wir von CA in regelmässigen, aber grossen Abständen Infos zum Stand des Prozesses. Ich erhielt vom CA Support auf Anfrage zwar die richtige, aber für mich nicht wirklich relevante Info, dass bei einer Verwertung des GP eine gesetzliche Zahlungsfrist ab Zustellung des Zahlungsbefehls von 6 Monaten gilt. Ich wollte wissen, wie lange es i.d.R. geht, bis ein GP „verwertet“ ist, ich also mein Geld wiederhabe. Und dies dauert mind. 2-3 Jahre!! Des Weiteren ist die Globalzession nur scheinbar eine Sicherheit, da sie von der Ehrlichkeit des Darlehensnehmers abhängt. In dem einen Fall sind Strafverfahren seit 2 Jahren hängig. Dies alleine bringt aber noch keinen Franken zurück, erst recht nicht mit unserer Schweizer Täterjustiz.
Der Support bei CA ist leider oft nicht sehr hilfreich, die Beantwortung der Anfragen kann auch schon mal 2 Wochen dauern. Das Grundproblem bei zahlungsunwilligen Schuldnern ist, dass CA selbst kein DIREKTES finanzielles Interesse daran hat, die Ausstände zurückzuführen. Die einzige Motivation liegt in der Reputation begründet (siehe moneyland.ch Forum!!). Die Bonitäts-Bewertung (A bis C) ist wertlos, da sie sich nicht an der Realität, sondern an irrelevanten Parametern (von auswärtigen „Rating-Anbietern“) orientiert. Leider musste ich feststellen, dass die Herkunft der Schuldner und deren soziokultureller Hintergrund offensichtlich viel entscheidender für die Zahlungsdisziplin ist, als irgendwelche abstrakten Zahlen! (5 von 6 Ausfällen!!) Leider erfährt man den Namen des Schuldners (mind. schon ein Indiz für dessen Herkunft!) oder des CEO (bei KMUs) erst nach Unterzeichnung des Vertrags. Dann kann man noch „googeln“ um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein.
Daher mein Fazit: Darlehen NUR mit GP und wenn möglich Bürgschaft, nie (mehr) über 5TCHF (natürlich abhängig von persönl. Risikobereitschaft) und bei endfälligen Darlehen rechne ich (für die Liquiditätsplanung) mit zusätzlich 2 Jahren verzögerter Rückzahlung. Ich investiere zwar weiter, reduziere aber das Volumen, und im Zweifelsfall: NO.
1. Juni 2022
Bewertung ohne vorherige Einladung